Unser Profil

Unsere Idee


 

Geschichte des Netzwerkes

Unserer Erinnerung nach war es auf einem Kommunikationsforum (KoFo) im alten Gehörlosenzentrum Leipzig in der Huygensstraße im Jahr 1998, als der Geschäftsführer des Gehörlosenverbandes München und Umland, Rudi Sailer, erstmals über das Vorhaben berichtete, ein neues Gehörlosenzentrum in der Münchner Lohengrinstraße zu errichten. Die damit verbundene notwendige Modernisierung zielte darauf ab, die Bedingungen für das Kulturleben der Gehörlosen in München wesentlich zu verbessern. Dieses Münchner Projekt motivierte den Leipziger Gehörlosen-Vorstand mit Volkmar Jaeger an der Spitze ein ähnliches Projekt auf die Agenda zu setzen. Die Idee, ein neues Kulturzentrum an anderer, vor allem verkehrsgünstiger Stelle zu schauen, war geboren.

 

Parallel zum Ausbau des neuen Münchner Gehörlosenzentrum entwickelte Rudi Sailer die Idee, ein Netzwerk der Gehörlosen-Stadtverbände zu schauen. Er rief ─ vom Leipziger KoFo aus ─ alle Gehörlosen-Stadtverbände auf, am Vorbereitungskomitee teilzunehmen. Im Mai 2003 war es so- weit. In Bad Arolsen fand die Gründungsversammlung des Netzwerks statt. Die Gründungsmitglieder waren die Gehörlosen-Stadtverbände Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig, München und Nürnberg. Damit begaben sie sich auf den Weg, um den gegenseitigen Informationsaustausch zu optimieren und Impulse für die bessere Aus-und Weiterbildung der tauben Führungskräfte zu setzen. Vor allem der Ost- und West-Ausgleichstand auf der Agenda. Auch sollte ein Beitrag zur Stärkung des Deutschen Gehörlosen-Bundes und der Gehörlosen-Landesverbände geleistet werden.

Weitere anspruchsvolle Ziele waren: die Durchsetzung der UN-Konvention und der Chancengleichheit für alle, die Förderung des Bürokratie-Abbaus zugunsten unseres Selbsthilfeposten als, die Kooperation mit dem Deutschen Gehörlosen-Bund bzw. mit den Gehörlosen-Landesverbänden und die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schwerhörigen-Verband. Die Vorarbeit hat sich gelohnt, denn es kamen auch noch die Gehörlosen-Stadtverbände Bremen, Chemnitz, Dresden, Düsseldorf und Frankfurt am Main dazu.

 

Die Thematik der Netzwerk-Arbeit ist breit gefächert. Die krische Interpretation in der ideologischen Auseinandersetzung mit Vorträgen über die Entwicklung unseres Gesellschaftslebens erweitert die Kompetenz der Mitarbeiter. Wir können nur auf Augenhöhe mit Hörenden stehen, wenn wir das Selbstbewusstsein durch erweitertes Wissen und durch wachsende Eigenständigkeit zeigen.

 

Zu Beginn hatte das Netzwerk eher Hörende als Referenten eingeladen. Wir mussten von ihnen lernen, um unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und effektiv zu arbeiten. Jetzt referieren vorwiegend Gehörlose bzw. andere Hörbehinderte. Auch damit hat das Netzwerk bewiesen, dass es seinen Gründungszweck erfolgreich umsetzt: die Kompetenz und das Selbstbewusstsein der Gehörlosen zu stärken bzw. entwickeln. Immer mehr gehörlose Referenten sind heute in der Lage, auf Bildungs- und anderen Veranstaltungen in der Deaf Community und in der Welt der Hörenden auf- zutreten und eigene Ideen zu präsentieren bzw. für die Visionen der Gehörlosen zu wirken. Wir verfolgen, wie schon gesagt, unterschiedliche Meinungen, aber dadurch entsteht ein breites Spektrum von Auffassungen, die zugunsten der Gehörlosen-Bewegung bewusst ausgewählt werden können. Wir bewegen uns schon auf dem richtigen Pfad, weil wir gelernt haben, den Kampf um Verbesserung unseres Kultur- und Arbeitslebens zu meistern, indem wir im Gedankenaustausch die guten Ideen in die Tat umsetzen. Die in der Arbeit des Netzwerks der Gehörlosen-Stadtverbände herangereiften gehörlosen Referenten wirken heute zu einem großen Teil als Multiplikatoren der besten Ideen und Konzepte zur Verbesserung der Arbeit in den Stadt- und Landesverbänden der Gehörlosen sowie im Deutschen Gehörlosen-Bund.

 

Wir gratulieren dem Netzwerk der Gehörlosen-Stadtverbände mit Rudi Sailer an der Spitze zu seiner zehnjährigen engagierten wie erfolgreichen Arbeit und wünsche allen Mitgliedern und Mitarbeitern des Netzwerks eine weitere fruchtbare Arbeit zum Nutzen aller Hörbehinderten! 

 

Volkmar Jaeger und  Dr. Hans-Uwe Feige (beide Gründungsmitglieder)


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Rolle des Netzwerks und Herausforderung der Zeit
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Netzwerk der Gehörlosen-Stadtverbände e.V. 
Lohengrinstr. 11 
81925 München

Email: info@net-gest.de

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